Frieden

 

Das Wort Frieden oder Friede stammt vom althochdeutschen „fridu“ ab was soviel wie „Schonung“ oder „Freundschaft“ heißt.
Das stimmt insofern, weil Frieden in der europäischen Antike ein sozialer Ausnahmezustand war. Ist doch heute auch so. Der Krieg galt als Normalzustand. Der natürliche, positive Frieden musste erst „gestiftet“ werden.
Man versteht im allgemeinen darunter einen heilsamen Zustand innerer Ruhe, Stille oder Ausgeglichenheit von einem selbst oder zwischen Menschen – seien es Gruppen, Völker oder Staaten.
Frieden ist ein positiver Zustand der sich durch ein vielseitig variables und sich ständig veränderndes, inneres Gleichgewicht aller interner Bedürfnisse und in Bezug auf die Umwelt ausdrückt. (siehe meinen Text zum Thema „Gleichgewicht“).
Diese Energiebalance wird durch die inneren und äußeren Lebensumstände ständig herausgefordert und muss den sich wandelnden Kräfteverhältnissen permanent neu angepasst werden. Ein gestörtes, unausgewogenes Kräfteverhältnis führt zu Missstimmung, Streit, Unzufriedenheit und Krieg – in der Beziehung, in der Familie oder unter Völkern/Staaten. Frieden, sowohl innerpsychisch, als auch im weiteren sozialen Sinne ist ein höchst sensibler, variabler und ständig neu herausgeforderter Zustand, der ununterbrochene Arbeit und nicht nur eine Stiftung bedeutet. Frieden im Sinne von Staaten setzt Frieden der einzelnen Menschen voraus. Unzufriedene Menschen evozieren Unfrieden oder Krieg.
Der individuelle, persönliche Frieden verlangt zunächst ein hohes Maß an Selbstbewusstsein, also ein Wissen um die eigenen Bedürfnisse und ihr innerpsychisches Zusammenspiel auch in Bezug auf die Umwelt. Frieden verlangt aber auch die Kunst diese Energien immer neu balancieren zu können um Spannungen und Unzufriedenheit zu vermeiden. Und das, wo sich immer alles ändert.
Kompromissbereitschaft, Diplomatie, Geduld, Gelassenheit, Ausgeglichenheit, Toleranz, Bescheidenheit und vor allem Liebe – auch zu sich selbst - sind Schlüsselaspekte der Friedensarbeit. Dauerhafter Frieden – kaum dauerhaft zu erreichen - erwächst der individuellen oder kollektiven Seele und ist kein vorschreibbares Vertragsergebnis. Wie viele „Friedensverträge“ sind schon gebrochen worden…Wer in Frieden ist, ist seelisch reich und in Harmonie und Einklang mit sich und dem Universum. Friedensarbeit ist eine Dauerbeschäftigung.
Frieden ist also ein lustvolles und naturgewolltes, heilsames Leistungsergebnis höchster Bewusstseinsarbeit von jedem einzelnen und eines Staates. Unzufriedene Menschen schaffen Spannungen und Krieg. Frieden ist eine Geistqualität aller. Das zu erreichen hilft vielen Menschen die Religion, das Gebet, die Meditation, die Selbstreflexion/ Selbstbesinnung, die Autosuggestion, der Verzicht, die Bescheidenheit und die Arbeit an der Liebesfähigkeit.
In der Liebe liegt der Frieden!

Frieden ist eine seelische Qualität höchster Güte, an der sich jeder Mensch und jede Nation messen lassen kann.
 
 

 

 

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