Psychose

Die Psychosen werden auch Geisteskrankheiten genannt, weil sie die geistigen Funktionen des Menschen betreffen, die wir als geistig bezeichnen wie die des Bewusstseins, des Denkens und des Wollens.

Störungen des Bewusstseins können die Spaltung des Bewusstseins wie bei der Schizophrenie oder die Trübung des Bewusstseins d.h. Dämmerzustände wie bei der Epilepsie betreffen.

Eine Bewusstseinsspaltung liegt dann vor, wenn sich ein Mensch in mehreren Persönlichkeiten erlebt und darin auch keinen Widerspruch erlebt. Sie ist eine sehr schwerwiegende Persönlichkeitsstörung.

Die Trübung des Bewusstseins trifft dann zu, wenn sich jemand nicht bewusst ist, was er tut und was in ihm vor sich geht. Es sind Dämmerzustände wie in der Epilepsie mit unterschiedlicher Dauer und er ist in dieser Zeit nicht Herr seiner Sinne und auch nicht verantwortlich für sein Tun.

Das Denken kann durch Alogizität und durch Realitätsverlust beeinträchtigt sein. Der Psychotiker ist nicht fähig die elementaren Prinzipien der Logik wie Identität, Kausalität, Finalität usw. einzuhalten. Auch kann er nicht länger bei einem Thema bleiben, ist zerfahren und sprunghaft.

Dazu gehört auch der Realitätsverlust mit der Folge der Berufsunfähigkeit und Lebensunfähigkeit weil er sich in jeder Hinsicht nicht mehr selber organisieren kann.

Die Psychopathologie kennt vier Formen der Psychosen: Die Schizophrenie, die Zyklophrenie, die Epilepsie und der angeborene Schwachsinn.

Dominant vertreten ist die Schizophrenie oder das Spaltungsirresein. Hierbei handelt es sich um eine Ich-Störung oder die Spaltung des Ich-Bewusstseins. Der Betroffene erlebt sich gleichzeitig in verschiedenen Gestalten, wie z.b. auch als Napoleon, Jesus, Gott usw. Er hat den Realitätsbezug verloren. Psychische Erlebnisse werden als Ich-fremd erlebt. Der Zerfall des Denkens ist bei Schizophrenen ebenso auffällig ebenso wie der Wahn und die Halluzinationen also Wahrnehmungen die real nicht existieren. Weitere Formen sind die Katatonie, die Paranoia und die Hebephrenie, die ich hier aus Platzgründen nicht weiter ausführe.

Die zweite Form der Psychosen ist die Zyklophrenie oder das Manisch-Depressive Irresein. Der Betroffene schwankt in seiner Stimmung extrem zwischen Hochstimmung und Niedergeschlagenheit und Depression ohne dass er etwas dagegen machen kann. In dieser Stimmungslage ist der Psychotiker weder moralisch, noch juristisch zurechnungsfähig und auch nicht verantwortlich.

Die weitere Form ist die Epilepsie mit den bekannten körperlichen epileptischen Krampfanfällen die zu lebensgefährlicher Bewusstlosigkeit führen können.

Zuletzt noch der angeborene Schwachsinn wie Kretinismus mit auffälligen Kleinwuchs, geringer Intelligenz und deformiertem Äußeren und Mongolismus (Down-Syndrom). Sie sind geistig rückständig und nur sehr bedingt lernfähig. Können ihren Lebensunterhalt nicht eigenständig bestreiten.

Psychose ist als Krankheit eine Flucht des Geistes vor der unerträglichen Realität

 

 

 

 

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