Wille

 Das Wort Wille kommt vom althochd. willio, lat. voluntas = Wille. Es wird vom lat. velle = Wollen nicht nur in der Philosophie, sondern auch in der allgemeinen Psychologie unterschieden.

Unter dem Begriff Willen verstehe ich die dem Ich als psychische Instanz innewohnende Kraft für die Erreichung eines Zieles. Diese Willenskraft, die ich als Yang-Energie verstehe und die sich im Selbsterleben mit der bewussten Ich- Entwicklung ab dem 3. Lj. zeigt, begründet sich nicht nur als inkarniertes Seelenpotential, sondern wird durch Eltern- und viele andere soziale und sonstige Einflüsse entwicklungsgefördert oder entwicklungsgehemmt. So erwachsen Ich- und willensstarke oder willensschwache Persönlichkeiten.

Dieses Willenspotential wird entsprechend den individuell wertigen und sich lebenswandelnden Zielen zur Erreichung dieser mobilisiert oder als Vitalenergie lustgewinnbringend eingesetzt. Eine energiewirtschaftliche Unternehmung und Spekulation wobei nicht nur bewusste, sondern unbewusste und auch neurotische Kräfte bei der Willensbildung – je nach Sachlage– mehr oder weniger mitmischen. Absolut wirkfaktorenfrei ist niemand. Daher gibt es letztlich keinen umfassenden freien Willen – er bleibt eine Illusion, die durch Trivialitäten genährt wird wie z.B: ich kann jetzt, dank freien Willens, meinen Fuß heben.

Die Ich-Potentialität des Willens agiert nicht isoliert, sondern steht in bewusster oder unbewusster abstimmender Korrespondenz mit den Psycheinstanzen des Über-Ichs in seiner richterlichen Wirksamkeit des Gewissens und dem Es als Trieb- und Gefühlsinstanz. D.h.,Wille und Willensbildung kann beachtet, oder unbeachtet der Ansprüche des Über-Ichs und des Es erfolgen. Z.B. ich kann auch töten wollen ohne Gewissensbisse haben zu müssen. Der Wille ist die Kraft und Intention, das Wollen die tatmäßige Umsetzung. Zusammengefasst: der Willensakt.

 

Die Wertorientierung und die ethische Ausrichtung des Menschen oder der Gesellschaft definieren die Qualität ihres Willens und Wollens. Dies ist sehr Zeit – und kulturabhängig und in ständigem Wandel. Es wird nicht immer Gutes gewollt, oft das Gegenteil. 

Die Willenskraft ist die höchste Vitalenergie für das menschliche schöpferische, 

© 2009-2025 Dr. phil Oswin Amadori · Impressum · Rechtliche Hinweise