Suizid

Das Wort Suizid setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Es kommt vom lateinischen sui d.h. „seiner selbst“ und cadere d.h. „fallen, niederschlagen“ wie im italienischen.

Normalerweise versteht man darunter die vorsätzliche, bewusste, physische Tötung seines Körpers, also von sich selbst. Ich möchte aber den Begriff deutlich weiter fassen, insbesondere den Begriff auf die selbstdestruktive Einwirkung des Unbewussten, mit seinen versteckten Gangarten, erweitern.

Damit wird der vorsätzliche Suizid entweder gar nicht direkt und offensichtlich erkannt, sondern nur in der Gestalt der fahrlässig herbeigeführten Form. Ein wichtiger Aspekt in Versicherungsangelegenheiten oder zur Vermeidung von Stigmata was schon bei der Namensgebung beginnt. Das sonst auch gebräuchliche Wort Selbstmord wird mit Kriminellem assoziiert und auch moralisch belastet, was durch das amtssprachliche Wort Suizid umgangen wird. Zum sonstigen Begriff Freitod möchte ich auf den Aspekt freier Wille in meinem Artikel "Wille" verweisen.

Suizid muss nicht unbedingt ein schlagartiges Lebensende bedeuten. Es gibt für mich auch ein Sich-Töten auf Raten - bewusst oder auch unbewusst arrangiert - direkt als Täter oder auch, dass man die Umstände so gestaltet, dass eine andere Person oder Umstände einem das Sich-Töten erledigen wie im Falle des Sich- überfahren- Lassens vom Zug oder dem Auto. Die Form kann unterschiedlich motiviert sein. Von größtmöglicher Verschleierung wie bei einem Bergunfall, extremen, lebensgefährlichen Sportarten oder stunts, weglassen wichtiger Medikamente oder auch das Gegenteil wie bei folgenunabschätzbaren Impfungen, bis hin zur öffentlich dramatischen Inszeníerung z.b. durch öffentliche Selbstverbrennung mit gesellschaftsanklagendem Appell, wie dies bei der Feldherrnhalle am Odeonsplatz in München, geschah.

Die Formwahl des Suizids ist nicht willkürlich zu sehen, sondern hängt mit dem unbewältigten oder ungesehenen Seelenthema, symbolisch gelesen, zusammen. So gesehen ist es nicht egal, ob sich jemand aus Verzweiflung, geistiger Verwirrung bzw.Geisteskrankheit, ideologischem Fanatismus, Sinnlosigkeit, Überdruss, Schmerzen, Liebeskummer oder sonstigem erhängt, vergiftet, erschießt, von der Brücke stürzt oder sich überfahren lässt oder auch sich nur in den Sand des Outbacks setzt und die Körperfunktionen bewusst abschaltet, wenn das Lebenswerk vollendet ist, wie wir es von den Aborigines in Australien kennen. Daher kommt auch die Redewendung, etwas in den Sand setzen. Selbsttötung kann also auch unter bestimmten Umständen als Lebensmissionsbeendigung verstanden werden. Nach dem Motto: Es ist vollbracht. Der Botschaftswert für die soziale Umwelt ist allemal eindrucksvoll gegeben.

Die Seele stirbt durch keinen Suizid. Es ist ein Stirb - und Werde.

 

 

 

 

 

 

 

 

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